06.03.2012

Tagung Grundschrift - Damit Kinder besser schreiben lernen

Hat sich gelohnt, dabei gewesen zu sein! Anregende Gespräche, interessante Leute, tolle Vorträge. Auf den "Koffer" freu' ich mich! Es war klasse! Vielen Dank an die Organisatoren und Organisatorinnen! Und nach Ostern wird multipliziert was das Zeug hält! Super interessante Beiträge, praxisnahe Arbeitsphasen. Die Ergebnisse sind ein echter Gewinn!

...so berichteten viele der Teilnehmer/-innen über ihre  Erfahrungen in Hannover. Am 2./3. März 2012 folgten mehr als 60 TN der Einladung des Grundschulverbandes. Viele der TN hatten schon Erfahrungen bei der Einführung der Grundschrift gesammelt und waren zu der Überzeugung gelangt, dass es keiner weiteren Umwege bei der Entwicklung einer individuellen Handschrift bedarf.  Die normierten Ausgangsschriften sind überflüssig geworden, ja, sie behindern, sie bremsen sogar die Schreibentwicklung der Kinder.

Ein didaktischer Anachronismus muss überwunden werden, der für die Schreibentwicklung der Kinder schädlich ist. Die drei zurzeit gültigen normierten Ausgangsschriften LA, SAS, VA stammen aus Zeiten, als Lesen und Schreiben in gesonderten Lehrgängen gelehrt wurde. Seit dreißig Jahren hat sich diese didaktische Sichtweise radikal geändert: Lesen- und Schreibenlernen  werden nicht mehr getrennt gelehrt. Vielmehr erarbeiten sich die Kinder ihren Weg in die Schrift durch Schreiben und Lesen in wechselseitiger Befruchtung und sie erarbeiten sich dies mit der Schriftform die sie in ihrer Lebenswelt überall antreffen: den Druckschrift-Buchstaben. Damit hat sich vor die normierten Ausgangschriften eine andere Ausgangsschrift der Kinder geschoben: das Schreiben mit Buchstaben, wie sie der Druckschrift abgeguckt sind. Das Ziel, eine gut leserliche flüssig geschriebene Handschrift zu entwickeln, können die Kinder gut von diesen Schreibanfängen her lernen. Die Praxiserfahrungen der Lehrerinnen und Lehrer belegen dies eindrucksvoll.

Die Förderung der Schriftentwicklung muss wieder in den Fokus der Grundschularbeit gerückt werden! Nach wie vor hat die Handschrift für die weitere Bildungslaufbahn eine wichtige Bedeutung. Gute Leserlichkeit der handgeschriebenen Texte ist wie Geläufigkeit beim Schreiben auch eine wichtige Bedingung für erfolgreiches weiteres Lernen bis hin zu Klausuren in späteren Jahren. Allerdings entwickeln die Kinder ihre individuelle Handschrift von solcher Qualität nicht im Wildwuchs ohne Beratung, sondern durch Unterstützung und Anleitung durch die Lehrkraft.  Um dies auch in der Fläche zu gewährleisten, wollen die Teilnehmerinnen der Tagung ihre Kompetenzen weiterentwickeln um künftig als FortbildnerIn zur Verfügung stehen zu können.

Der Grundschulverband begleitet und unterstützt alle an Fortbildung interessierte Lehrkräfte. Zurzeit wird ein Moderationskoffer entwickelt mit vielen praxiserprobten Materialien. Adressen von Experten/-innen, die Fortbildungen anbieten und eine Übersicht von Schulen, die Erfahrungen mit der Grundschrift gesammelt haben, werden zusammengestellt.  Ab Mai 2012 kann der Moderationskoffer bestellt und können Hospitations- und/oder Fortbildungsanfragen über die Geschäftsstelle beantwortet werden. 

Tagungsimpressionen

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